Lenautreffen 2011

Nach der positiven Resonanz der Treffen 2009 in Neusäß und 2010 in Temeswar, organisierte der Verein der Freunde der Lenauschule am 25. Juni 2011 wieder ein jahrgangsübergreifendes Lenautreffen in Neusäß bei Augsburg.

 

Adriana CarcuAuch diesmal gab es vor dem geselligen Teil ein kurzweiliges Kulturprogramm. In dessen erstem Teil wurde das Buch „Die Geschichte unserer Tage“  von Adriana Carcu und Walter Roth präsentiert. Die aus Temeswar stammende Anglistin und Publizistin Adriana Carcu lebt seit 1988 in Heidelberg und hat die Biographien von zwölf aus Temeswar stammenden Künstlern, die im Ausland leben und wirken, über Interviews zusammengetragen. Unter ihnen sind bekannte Persönlichkeiten, Rumänen, Ungarn und Deutsche, zum Beispiel Musiker aus dem Umfeld der legendären Band „Phoenix“ oder auch die ehemaligen DSTT-Schauspieler Ingeborg Meyer oder Walter Roth. Letzterer fungiert auch als Herausgeber der deutschen Übersetzung, er übernahm auf dem Podium in Neusäß die Moderation. Einer der Interviewpartner, der Filmemacher Razvan Georgescu, Lenau-Absolvent des Jahrgangs 1984 und mit einer ehemaligen (deutschen) Klassenkollegin verheiratet, war noch zusätzlich mit einem eigenen Programmpunkt vertreten: Der Drehbuchautor, Regisseur und Produzent zeigte Ausschnitte aus seinen Dokumentarfilmen „Das Experiment 770“ (rum.: Razvan Georgescu„Decreteii. Nascuti la comanda“) über die Folgen der Abtreibungspolitik Ceausescus  und „LebensWende“ (Prix Europa 2008) über die Verbindung zwischen Kreativität und der eigenen Sterblichkeit.  Schließlich las er zur allgemeinen Erheiterung des Publikums ein autobiographisches Essay vor, das eine gänzlich neue Perspektive auf das interkulturelle Zusammenleben in Temeswar erlaubte:  „Ein ESCU unter Deutschen – ewig Fremder oder überall zu Hause?“ oder:  Was es bedeutet, als Rumäne in der Lenauschule sozialisiert worden zu sein und in der Fremde eine (kulturelle) Heimat gefunden zu haben. Die anschließende lebhafte Diskussion zeigte, wie sehr das Thema die Zuhörer bewegte. Thematisiert wurde dabei auch das Buch, das Razvan Georgescu gemeinsam mit seiner Frau Christine geschrieben hat: „Die zärtliche Berührung. Biopsie einer Liebe“.

AusstellungDie vorgestellten (und auch andere) Bücher fanden guten Absatz am Büchertisch. Fördernd für den Gedankenaustausch der rund 200 ehemaligen Lenauschüler war  zudem eine Ausstellung des Donauschwäbischen Zentralmuseums zur Geschichte der Banater Schwaben im Foyer der Stadthalle. Für gute Stimmung in alter Lenau-Disco-Tradition sorgte diesmal der aus Temeswar angereiste DJ Laur Morun (Lenau-Jahrgang 1983). Wie immer wurden mit dem Erlös der Veranstaltung Renovierungsprojekte an der Lenauschule unterstützt.

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