Der Verein im Spiegel der Presse

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Ein Netzwerk für die Lenauschule

In Feldkirchen bei München fand bereits die zweite ordentliche Mitgliederversammlung des noch jungen Vereins der Lenau-Freunde statt, der zu dem Zeitpunkt genau fünfzig Mitglieder zählte. Nach Erfüllung aller vereinsrechtlichen Voraussetzungen ging es nun darum, Strukturen zu bilden und Projekte zu entwickeln.

Artikel BP 20.03.2009Zweck des Vereins ist, im Sinne des Alumni-Prinzips die Unterstützung der Lenau-Schule durch Ehemalige oder sonstige Förderer. Generationen von Schülern verdanken dieser Schule das Grundlagenwissen für ihren späteren Beruf; für die große Mehrheit von ihnen dürften die zehn Euro Jahres-Mitgliedsbeitrag keine wirkliche finanzielle Belastung darstellen. Wie angesehen und erfolgreich die Schule auch heute noch ist, wurde den Mitgliedern von der bei der Versammlung anwesenden Schulleiterin Helene Wolf dargelegt, selbst Lenau-Absolventin 1983. Die Lenauschule hat sich faktisch zu einer deutschen Auslandsschule für vorwiegend rumänische Muttersprachler entwickelt, hat als solche einen hervorragenden Ruf und - wie auch früher schon - beste Ergebnisse bei Olympiaden, Wettbewerben und bei den Aufnahmeprüfungen vorzuweisen. Das Deutsche Theater (wo die Jugendarbeit von der ehemaligen Lenau-Schülerin Isolde Cobet geleistet wird) rekrutiert hier seinen Nachwuchs, und umgekehrt erhalten die Lenauschüler die Möglichkeit, das deutsche Abitur zu erwerben, das ihnen Studiengänge in Deutschland zugänglich macht.

In diese Richtung der Förderung von Austausch geht eines der anvisierten Projekte, das einenindividuellen Schüleraustausch vermitteln und koordinieren soll (außerhalb der bereits bestehenden Schul- und Hochschulpartnerschaften). Austausch durchaus auch in Richtung Temeswar, die Lenau-Schule ist Gastschülern gegenüber aufgeschlossen, und die Nachfrage ist vorhanden. Gleichzeitig sollen in Deutschland potenzielle Gasteltern für Lenau-Schüler gesucht werden. Ein wichtiges Förderprojekt, der Elsa-Lucia-Kappler-Preis für Leistungen im Fach Deutsch, wurde bereits umgesetzt und kann als erster Erfolg der Vereinstätigkeit verbucht werden.

Für die Unterstützung von baulichen Maßnahmen ist der Verein (noch) nicht finanzkräftig genug. Als Institution kann er sich jedoch für die Beschaffung und Vermittlung öffentlicher Gelder einsetzen. So werden derzeit im Internat der Lenau-Schule Zimmer mit Mitteln der Hessischen Staatskanzlei renoviert. Die Außenwirkung und die finanzielle Potenz sind jedoch abhängig von der Anzahl der Mitglieder. Deshalb ist Mitgliederwerbung und Öffentlichkeitsarbeit ein weiteres wichtiges Vorhaben des Vereins. Zur Stärkung des Wir-Gefühls sollen die jahrgangsübergreifenden Lenau-Treffen wieder aufgenommen werden. Die Bündelung des kulturellen Potenzials kann die Attraktivität solcher Veranstaltungen, wie die des Vereins insgesamt, erhöhen: Hinweise auf Bücher, Filme, Veranstaltungen zu "einschlägigen" (Banater, rumäniendeutschen) Themen, Organisation von Lesungen, Vorträgen, Ausstellungen usw. sind geplant. Austausch und Vernetzung der ehemaligen Lenau-Schüler zum Wohl der Schule, deren Chronik auch eines Tages vollständig und wissenschaftlich erfasst werden soll - damit ist das Vereinsziel auf einen kurzen Nenner gebracht. Die Verbindung des Angenehmen mit dem Nützlichen erfuhren wir in Feldkirchen, wo uns die aus Lugosch stammende Familie Kuriatkos mit Banater Spezialitäten aufs Beste bewirtete.

Alle Informationen und Meldungen im Internet unter www.lenauschule.net. Über das Forum dort kann jeder sich unmittelbar an der Diskussion beteiligen und/oder Anregungen anbringen (und es muss betont werden, dass alle Jahrgänge oder auch ehemalige Lehrer angesprochen sind, nicht nur die "aktiven" Achtziger!). Ein Flyer im PDF-Format enthält alle wichtigen Daten und auch das Beitrittsformular: Für alle, denen die Lenau-Schule in guter Erinnerung geblieben ist.

Halrun Reinholz

Banater Post, Jahrgang 54, Nr. 6, München 20.03.2009