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Zur aktuellen Situation der Renovierung der Lenauschule

Das Hauptgebäude des Nikolaus-Lenau-Lyzeums in der Gheorghe-Lazar-Str. 2 wurde vor 130 Jahren als Schule durch das damalige ungarische Ministerium für Unterricht und Religion sowie durch die Stadt Temeswar erbaut. Es befand und befindet sich unverändert im Besitz der Stadt Temeswar. Bis vor einigen Jahren wurden die Schulen in Rumänien durch das Unterrichtsministerium, über die Kreisschulinspektorate, verwaltet. Diese Verantwortung liegt nun in den Händen der Kommunen, also der Stadt Temeswar.

Gebäude Aussenansicht

Am Schulgebäude wurden seit vielen Jahrzehnten, außer gelegentlichen Schönheitsreparaturen im Inneren, keine Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten vorgenommen, so dass der aktuelle Zustand als sehr schlecht bezeichnet werden muss. Betroffen sind alle Gewerke, wobei Feuchtigkeit im Keller, Außenputz, Fenster und Türen, Elektro- und Wasserinstallation sowie sanitäre Anlagen als besonders kritisch einzustufen sind. Aufgrund verschärfter gesetzlicher Bestimmungen zum Schutz gegen Erdbeben muss auch die Statik des Gebäudes verbessert werden.

Seit mehreren Jahren bemüht sich die Leitung der Lenauschule, eine Sanierung des Schulgebäudes durchzuführen. So wurde vom rumänischen Unterrichtsministerium ein Architektenteam aus Bukarest mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie, bzw. eines Sanierungsprojektes beauftragt. Die Planungen liegen vor und sehen Arbeiten im Gegenwert von umgerechnet ca. 2 Millionen Euro zur Behebung der Baumängel vor.

Von der Schulleitung wurden die entsprechenden finanziellen Mittel beantragt, 80% dieser Mittel wären durch die EBRD (European Bank for Reconstruction and Development) zur Verfügung gestellt worden. Durch Änderungen der Zuständigkeiten kam es jedoch nicht zur Freigabe dieser Mittel, so dass die für das Jahr 2008 geplante Sanierung nicht durchgeführt werden konnte.

InnenhofDie ergänzenden Mittel des Unterrichtsministeriums wollte die Schulleitung dann für die ebenfalls dringend erforderliche Sanierung von Internat und Kantine verwenden, was jedoch mit dem Hinweis auf die objektbezogene Mittelverwendung nicht genehmigt wurde.

Unabhängig von den finanziellen Mitteln fehlt zur Durchführung der Sanierungsmaßnahmen noch die Baugenehmigung. Zur Bewilligung des von der Schule eingereichten Baugesuchs durch die städtischen Baubehörden sind Statikberechnungen notwendig. Diese wurden durch das Architekturbüro im Oktober 2008 beauftragt und  Mitte November fertiggestellt. Nach Freigabe dieser Berechnungen durch das staatliche Inspektorat für Bauwesen kann das Baugesuch ergänzt und die Baugenehmigung erteilt werden.

Fesnter im FestsaalDie Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) mit Sitz in Eschborn betreibt gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein Projekt zur denkmalgerechten Sanierung in der Altstadt von Temeswar. Neben der Ausbildung lokaler Handwerker, der Beratung von Eigentümern bei der Sanierung sowie der Unterstützung der lokalen Baubehörden können im Rahmen dieses Projektes in begrenztem Umfang an Demonstrationsobjekten (Teil-) Sanierungsmaßnahmen exemplarisch durchgeführt werden. Bedingung ist allerdings, dass die Maßnahmen bis zum Ende der Projektlaufzeit im Juni 2009 abgeschlossen sind. In Gesprächen, die die Schulleitung und der Verein der Freunde mit den Projektverantwortlichen und den Architekten der GTZ geführt haben, ergab sich die Möglichkeit, die Lenauschule als Demonstrationsobjekt in das Projekt der GTZ aufzunehmen. Unter den gegebenen Randbedingungen kämen der Austausch der Fenster, die Trockenlegung des Kellers mit Verlegung der Versorgungsleitungen außerhalb des Gebäudes oder die Reparatur des Dachstuhls/des Dachs in Frage. Beachtet man die natürlichen Abfolge von Arbeiten sowie auch die Umsetzungsdauer, wäre die Trockenlegung des Kellers vorzuziehen.

SporthofNach Erteilung der Baugenehmigung müssen die Arbeiten durch die Stadt als Bauherr ausgeschrieben werden. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben ist eine Teilausschreiung von Leistungen  leider nicht möglich, sondern es muss das gesamte Vorhaben ausgeschrieben werden, unabhängig davon, ob die Beauftragung zeitlich verteilt erfolgen wird. Wenn Baugenehmigung und Ausschreibung der Leistungen rechtzeitig erfolgen können, ist eine Durchführung der Sanierungsmaßnahmen im Keller der Schule im Frühjahr 2009 denkbar.

Für die vollständige Sanierung der Schule werden Mittel aus den Strukturfonds der EU beantragt werden. Hierfür ist eine Machbarkeitsstudie nach einem anderen Muster erforderlich und es ist zu prüfen, inwieweit die bereits erstellte Machbarkeitsstudie verwendet werden kann. Für die Bewilligung der Mittel aus dem Strukturfonds ist von einem Zeitrahmen von etwa zwei Jahren auszugehen.

In Gesprächen, die die Schulleitung und der Verein der Freunde mit dem Temeswarer Bürgermeister Dr. Gheorghe Ciuhandu sowie mit Architektin Aura Junie, der Leiterin der Direktion für Entwicklung und europäische Integration des Bürgermeisteramtes, in Karlsruhe am Rande einer Veranstaltung zur Altstadtsanierung sowie im Temeswarer Rathaus im November geführt haben, wurde die volle Unterstützung durch die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung für die Sanierungsmaßnahmen zugesichert. Die Schulleitung wird die weiteren Schritte zur Sanierung in enger Abstimmung und Beratung durch die GTZ sowie durch die Stadtverwaltung voranbringen.

Der Verein der Freunde der Lenauschule Temeswar e.V. unterstützt die Bemühungen der Schule zur Sanierung im Rahmen seiner Möglichkeiten ideell und organisatorisch nach innen und nach außen. Eigene Projekte des Vereins zur Verbesserung der Situation in den Klassenzimmern oder der sanitären Anlagen werden dem Gesamtablauf der Sanierungsmaßnahmen untergeordnet.

November 2008